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Die Behindertensportabteilung feiert Jubiläum,
10 Jahre Behindertensport im RTB

von Stephan Schürmann

Wer hätte das gedacht, Behindertensport im RTB und das schon 10 Jahre. Eine kleine Erfolgsgeschichte die immer weiter fortgeschrieben wurde. Am Anfang stand die Vision ein Sportangebot für Kinder und Jugendliche mit Körperbehinderung in Remscheid anzubieten. Vorlage war das mir bekannte Leistungssportangebot der Behindertensportabteilung des TSV Bayer 04 Leverkusen. Hier trainierte mein Sohn Hannes, mangels Angeboten in Remscheid und Umgebung, seit Mitte 2005.
Ausschlaggebend für die Inspiration und Vision war ein Vortrag über Leistungssport für Menschen mit Handicap beim TSV Bayer 04 Leverkusen, gemeinsam mit Jörg Frischmann, dem Geschäftsführer der Behindertensportabteilung in Leverkusen. Mitte Oktober 2007 referierten wir gemeinsam im Ausschuss Soziales Gesundheit und Wohnen im Remscheider Rathaus über das Thema Behindertensport. Danach entstand die Idee ein Angebot in Remscheid zu machen. Was lag näher als es in meinem Heimatverein , dem Reinshagener TB, dessen 2. Vorsitzender ich zu der Zeit war, anzubieten.
Die Ersten, die von der Idee erfuhren waren Günther Schmidt als Bindeglied zur Leichtathletik und natürlich Dieter Noss, der 1. Vorsitzende des RTB. Beide fanden die Idee gut und ermunterten mich es zu wagen.
Gesagt, getan! In der Folgezeit betrieb ich Netzwerkarbeit bei unterschiedlichen Institutionen und Vereinen, wie unter anderem beim Gesundheitsamt, beim Remscheider SV und beim Hastener TV, wo der Behinderten- und Rehabilitationssport das größte Angebot in Remscheid machte. Es wurde viel diskutiert und Ideen wie zum Beispiel Vereinskooperationen entwickelt. Aber irgendwie ging es nicht voran und ich wurde zum Einzelkämpfer mit dem RTB im Rücken. Zugegeben war die Folgezeit geprägt von wenig Vorankommen und vielen Rückschlägen, dennoch verlor ich das Ziel nie aus den Augen. Das Schwerste und Kräftezehrendste war die Suche und das Werben um Sportler. Kinder und Jugendliche mit Körperbehinderung sieht man viele, aber die sollten auch noch Sport treiben. Hier war zumeist Überzeugungsarbeit bei den betroffenen Eltern und nicht bei den Kids gefragt. Ende 2008 waren dann fünf Sportwillige gefunden, so dass sich die Eröffnung des Angebots auch für den RTB lohnte.
Am Dienstag den 13. Januar 2009 um 18 Uhr startete die Behindertensportgruppe in der Sporthalle Schimmelbuschweg zum Sport.

Die Gründungsmitglieder der Behindertensportabteilung. Hinten von Links: Tristan Walter, Juliane Koch, Ricarda Zins, Tim Büscher. Vorne Mitte: Svenja Feldges mit Schwester. Juliane und Svenja sind immer noch aktiv dabei!

Nach dem Hochgefühl des Zustandekommens des Angebots folgten Höhen, Tiefen und auch Rückschläge. Sportler kamen und gingen. Immer wieder mussten neue Sportler gewonnen werden. Die Arbeit als Übungsleiter war schwierig und auch anstrengend, da die Teilnehmer unterschiedliche Handicaps hatten und man sehr individuell arbeiten musste, damit alle Sportler auf ihre Kosten kamen. Jeder sollte im Rahmen seiner Möglichkeiten gefordert und gefördert werden. Manchmal sind es die einfachen Dinge, wie zum Beispiel das Balancieren auf einer Bank oder das Bewegen mit dem Rollbrett, welche die Teilnehmer vor Herausforderungen stellen und mit Stolz erfüllen, wenn die Übung geschafft wurde.

Ein älteres Foto von Svenja auf dem Rollbrett

Getrost und nicht ohne Stolz kann ich sagen, dass die Sportgruppe in Remscheid und Umgebung einzigartig ist. Nirgendwo sonst gibt es ein Angebot, wo Kinder und Jugendliche mit unterschiedlichen Handicaps gemeinsam Sport treiben.
Mittlerweile ist der Behindertensport zu einer Abteilung im Reinshagener TB gewachsen, die fünfzehn Mitglieder zählt. Zudem ist der Reinshagener Turnerbund einer der größten Förderer des Behindertensports in Remscheid und möchte weiter expandieren. Somit ist die Erfolgsgeschichte sicherlich noch nicht zu Ende geschrieben und der Zeitpunkt gekommen, mich bei Dieter Noss zu bedanken.
Dieter hat mich in all den Jahren bestärkt, meine Vision der Sportgruppe weiter zu verfolgen und stand mir stets mit Rat und Tat zur Seite. Zudem hat er mir als Vereinsvorsitzender freie Hand bei der Umsetzung und Gestaltung zugestanden. So konnte ich all die Jahre frei und unabhängig arbeiten. Ein großes Stück des Erfolges gehört sicherlich ihm. Danke Dieter!
Und was gibt es aktuell über den Behindertensport im RTB zu berichten? Die „Jubiläumsgruppe“ trifft sich immer dienstags zwischen 18:15 und 19:15 zum Sport. Zumeist ist die Halle voll. Im Schnitt sind zwischen 10 und 12 Teilnehmer an den Übungsabenden da. Es kommen immer wieder neue Gesichter zum Schnuppern vorbei, so dass sicherlich demnächst auch weitere Mitglieder gewonnen werden können.
Der Fahrrad- und auch der Laufkurs sind integrativ ausgeschrieben und somit Teil des Konzeptes Behindertensport im RTB. Erstmalig ist es gelungen, für beide Kurse Teilnehmer mit Handicap zu finden, die sich in der Gemeinschaft an den Kursabenden sehr wohl gefühlt haben.
Das Konzept Behindertensport stößt auch auf immer mehr öffentliches Interesse. So wurde ich im Sommer für den 5. Remscheider Bürgerpreis nominiert. Ausgelobt wurde der Preis, bei dem fünf Kandidaten für ihr ehrenamtliches Engagement ausgezeichnet wurden, von den Stadtsparkasse Remscheid, dem Remscheider Generalanzeiger und Radio RSG. Den Bürgerpreis, der in Publikumswahl entschieden wurde, konnte ich nicht gewinnen. Was aber nicht schlimm ist, denn alle fünf Kandidaten mit unterschiedlichstem ehrenamtlichen Engagement hätten es verdient gehabt zu gewinnen. Am Ende gewann Frau Dr. Stiel-Reifenrath für ihr Engagement bei der Betreuung und Behandlung von Menschen ohne Krankenkasse.

Gruppenbild mit Anerkennungsurkunde Bürgerpreis

Meine Nominierung sehe ich stellvertretend für den Reinshagener Turnerbund und die Sportler meiner Gruppen. Denn ohne den Verein gäbe es das Angebot nicht und ohne die Sportler, die den inneren Schweinehund überwinden und Sport treiben, wäre das Angebot nicht mit Leben gefüllt. Der Preis, eine Geldprämie, kommt der Behindertensportgruppe zugute. Mal schauen, was wir davon anschaffen oder unternehmen.

Außerhalb des Vereins war der RTB wieder beim Röntgenlauf vertreten. Unklar war Mitte des Jahres, ob es wieder eine Sonderwertung für Menschen mit Handicap geben würde, denn der Behinderten- und Rehabilitationssportverband NRW als Landesverband hatte sich als Mitorganisator zurückgezogen. Eine Anfrage meinerseits beim Röntgensportclub brachte schnell Entwarnung. Bei einem Treffen wurden Ideen entwickelt, wie man die Wertung erhalten und in den Folgejahren die Meldezahlen erhöhen kann.

Teilnehmer Röntgenlauf 2019 mit neu angeschafften Laufshirts.
Es fehlt Amelie Hoff die später startete

Beim 19. Röntgenlauf am 27. Oktober, bei dem die Sonderwertung zum 7. Male angeboten wurde, waren die Handicapläufer mit sieben Teilnehmern wieder erfolgreich unterwegs und holten reichlich Podestplätze. Der RTB war übrigens bei allen Läufen mit Sonderwertung erfolgreich dabei. Für den RTB starteten diesmal Svenja Feldes, Katharina Ronge, Noah Lamrani, Robert Benninghoven, Mert Eren Sarikaya (alle 1250m), Christian von Dreusche (2450m) und Amelie Hoff (5000m). Herausragend ist das Ergebnis von Amelie über die 5 Kilometer zu nennen. Die sehbehinderte Läuferin, kam trotz des für sie schwierigen und unebenen Untergrundes auf Platz 27 in der Gesamtwertung und gewann die Sonderwertung für Läufer mit Handicap.

Amelie Hoff bei der Siegerehrung und beim Zieleinlauf

Doch nicht nur beim Röntgenlauf waren Sportler vertreten. Unser Vereinsmitglied Elias de Souza schwimmt mit großen Eifer und startet für die SG Bayer. Trainingsfleiß und Spaß an der Freud zeichnen den jungen Handicapsportler, der, wenn er Zeit hat gerne in der Dienstagsgruppe trainiert, aus. Highlight in diesem Jahr ist die Teilnahme an den 33. Internationalen Deutschen Meisterschaften (IDM), die am 9. Juni in Berlin stattfanden. Der Elfjährige hatte lange auf den Tag der Teilnahme gewartet, gelten doch Altersbeschränkungen und Pflichtzeiten für einen Start bei den nationalen Titelkämpfen. Eisern und mit viel Trainingsfleiß hat Elias de Souza auf diesen Tag hingearbeitet.

Links: Elias de Souza im Bayer-Dress

Die IDM ist immer wie eine kleine Weltmeisterschaft. 116 Vereine und Verbände, davon 63 aus dem Ausland, nahmen diesmal teil. Unbeeindruckt vor der Atmosphäre im Europasportpark an der Landsberger Allee brachte der Nachwuchsathlet zwei Bestzeiten, eine Gold- und drei Silbermedaillen bei vier Starts mit ins Bergische. Bei den erbrachten Leistungen ist eine Aufnahme in den Landeskader des Behinderten- und Rehabilitations-sportverbandes NRW greifbar nahe. Sicherlich gibt auch das den Ansporn, weiterhin mit viel Freude, Fleiß und Ehrgeiz den Paralympischen Schwimmsport zu betreiben.

Der Behindertensport hat viele Facetten und der RTB geht in Remscheid mit gutem Beispiel voran. Inklusion und Integration wird in unserem Verein groß geschrieben, so nehmen auch Erwachsene mit Handicap am Sportprogramm in unseren Gruppen teil. Sie werden wie alle Sportler, egal welcher Herkunft und Religion, von Euch als Vereinsmitgliedern herzlich aufgenommen. Der gute Ruf des RTB ist sicherlich auch Verdienst von Euch allen.

Nun bin ich wieder einmal am Ende meiner Ausführungen, obwohl mit Sicherheit noch einiges zu berichten wäre. Aber das spare ich mir für die nächste Ausgabe der Vereinszeitung auf.


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